„Hell bekomme ich es immer. Aber dass ich genau das Bild erziele, das ich erreichen möchte, das ist das Thema.“ Hier im Eichstätter Dom, da ist Walter Bamberger in seinem Element. Preise hat sein Büro gesammelt für die Beleuchtung des Kölner Doms, der Dresdner Frauenkirche, von Schloss Neuschwanstein … aber in seinem Heimatdom erklärt der Lichtzauberer seine Kunst am liebsten. Ehe es Licht wird, ist jede Menge Vorarbeit nötig. Am Anfang steht das Verstehen der Architektursprache des Doms mit seiner weit über 1000-jährigen Geschichte. Dann kommt die Ausstattung: Welchen Stellenwert haben die einzelnen Kunstwerke? Sobald geklärt ist, was eine Lichtinszenierung verdient, stellt sich die Frage: Wie erreiche ich das? Da der Eichstätter Dom nicht zu groß ist, konnte der Perfektionist Bamberger sich einen Wunsch erfüllen: Keine Leuchte ist sichtbar im Hauptschiff. Und 90 % der Leuchten sind reversibel installiert, also ohne die Bausubstanz anzugreifen. Aus Belüftungslöchern der Seitenschiffe hängen an langen Stangen aufgereiht die Strahler. Ausrichtung, Abstrahlwinkel, Fokussierung … alles genau berechnet und ausgetüftelt. Doch dann kommt die Handarbeit auf dem Hubsteiger in luftigen Höhen. Denn die exakte Ausrichtung jeder einzelnen Leuchte kann man nur ausprobieren. Millimeter sind hier entscheidend. Ist die Installierung perfekt, beginnt das Programmieren. Jeder Strahler ist einzeln ansprechbar, kann von 0 auf 100 gedimmt werden. Für die jeweiligen Zielpunkte wie Altar, Ambo, Taufstein oder Statue des Domgründers Willibald werden die Leuchten zu Gruppen zusammengefasst. Jetzt langt ein Knopfdruck auf dem Laptop für die perfekte Ausleuchtung: Kein Schatten zu viel, dreidimensionale Wirkung. Und dann gibt es die großen Lichtinszenierungen, die dem Kirchenjahr und verschiedensten Anlässen folgen: Über 2 Stunden führt Bamberger dem gebannten KRONACH leuchtet®-Team seine Kunst vor Augen. Auf die plötzliche Dunkelheit folgt die feierliche Lichtszene für das Pontifikalamt. Erneut erlischt der Schein, um die räumliche Wirkung der Inszenierung für die Ostermesse zu präsentieren: die triumphale Rückkehr des Lichts. Stück für Stück wird dabei der Hochaltar der Finsternis entrissen. Mit feinem Gespür für Liturgie, Zeit und den gezielten Einsatz von Schatten erweckt Bamberger die Architektur zum Leben. „Das gesamte Gefüge nimmt dabei eine völlig neue Haltung an“, erklärt er. „Alles gerät in Bewegung, und man erlebt den Raum immer wieder neu.“
Zum Abschluss präsentierte Walter Bamberger seine Lichtshow, die er eigens anlässlich der Wiedereröffnung des Domes 2024 nach langjähriger Sanierung konzipiert hatte. Die Show lief damals nur an einem einzigen Wochenende und war seitdem nicht mehr zu sehen. Extra für unser Team hat er die Inszenierung nun noch einmal reaktiviert. Das Besondere daran: Für die Lichtshow werden keine zusätzlichen Leuchten oder externen Steuerelemente verwendet – lediglich das, was bereits im Dom vorhanden ist. Zuerst erzählte der Dom selbst mithilfe diverser Lichtszenen seine Entstehungsgeschichte. Dann traf im Kirchenraum mit Diskoanklängen elektronische Musik auf eine stimmungsvolle Lichtinszenierung. Ein wahres Highlight für alle Technikbegeisterten & echte Insider: Eine Lichtshow, die vollständig über DALI gesteuert wird – „Geht nicht, gibt’s nicht“ bei Walter Bamberger.











So soll ein Teamausflug sein: viel gelacht und viel gelernt. Denn vor den berauschenden Lichtdemonstrationen Bambergers gab’s noch eine fantastische Stadtführung durch Elisabeth Graf. Danke, danke, danke fürs Organisieren an Markus & Karin!!! Wir sind allesamt ein tolles Team – und lassen es bald wieder leuchten in Kronach 😊



